Top oder Flop – Der Stuttgarter Serviced-Apartment-Markt

Stuttgart ist mit 606.566 Einwohnern die größte Stadt Baden-Württembergs (Stand 08/2016). Seit 2010 gewann die Landeshauptstadt über 40.000 Einwohner dazu. Dies ist unter anderem auf die hohe Wirtschaftskraft zurückzuführen. Über 389.562 Menschen in rund 140.000 Betrieben arbeiten in der Region. Darunter exportstarke internationale Unternehmen des produzierenden Gewerbes wie Mercedes, Porsche, Bosch, STIHL oder Kärcher. Diese Wirtschaftsstruktur bedingt häufige temporäre Aufenthalte von Projektmitarbeitern und sorgt seit Jahren für eine konstant hohe Nachfrage nach Serviced Apartments. Neben den klassischen Expatriates ist temporärer Wohnraum auch für die zahlreichen Pendler attraktiv. Einer der Gründe dafür ist der angespannte Wohnungsmarkt. Seit 2011 steigen die Mieten kontinuierlich und lagen im September 2015 bei durchschnittlich 15 EUR/m², deutlich über dem baden-württembergischen Durchschnittspreis von 10,1 EUR/m². Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, hat die Stadt regulierende Instrumente wie die Mietpreisbremse, ein Verbot zur Wohnraumzweckentfremdung sowie eine Kappungsgrenze verabschiedet. Bisher zeigen diese Maßnahmen jedoch wenig Erfolg. Daher stellen Serviced Apartments auch für Wohnungssuchende häufig eine unkomplizierte (Übergangs-)Lösung dar.

Doch Stuttgart ist nicht nur für reine Longstay-Produkte sondern aufgrund des florierenden Tourismus für Apartmenthotels attraktiv. Seit 2009 steigt das Übernachtungsvolumen kontinuierlich und erreichte 2015 einen neuen Spitzenwert von 3,6 Millionen Übernachtungen. Entsprechend positiv haben sich die Auslastungszahlen entwickelt. Diese lagen im selben Jahr mit 73,5 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Stuttgart Marketing GmbH sieht auch für die Zukunft eine positive Entwicklung: „Mit der Fertigstellung des Bahnprojektes Stuttgart 21 und den sich daraus ergebenen enormen Chancen prognostiziere ich für diese Tourismusregion langfristig eine gute Entwicklung. Stuttgart wird ein wesentlicher Verkehrsknotenpunkt werden. Vom Hauptbahnhof aus werden Sie künftig in wenigen Minuten am Flughafen sein. Innerstädtisch ist alles fußläufig in kürzester Zeit zu erreichen. Die Mobilität und damit die Anbindung innerhalb der Region werden konsequent ausgebaut. Die Vernetzung in der Region Stuttgart und damit die Nähe der Kommunen und touristischen Angebote untereinander wird in den nächsten Jahren ausgebaut.“

Die positive Stimmung ist bei den Investoren angekommen. „Derzeit kommen etwa 3.000 neue Gästebetten hinzu“ so Dellnitz. Dabei sei es der Stadt aber wichtig, „maßvolles Wachstum“ anzustreben und stets die aktuelle Auslastung der Betriebe im Blick zu haben. Dabei sollte die Qualität immer die größere Rolle spielen.

Bezogen auf den Serviced-Apartment-Markt scheint die Flächenknappheit ein besonderes Hindernis für neue Projektentwicklungen darzustellen. So sind auch für 2017 lediglich drei neue Häsuer mit 162 Einheiten geplant.

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