Jahreskongress Temporäres Wohnen in Köln

Am 26. und 27. April fand in Köln der Jahreskongress Temporäres Wohnen statt. Der Veranstalter Heuer Dialog lud dazu über 30 Referenten ein, die im Rahmen von Vorträgen und Panels über den Status quo, aktuelle Entwicklungen und Trends im Segment berichteten. Serviced Apartments und studentisches Wohnen standen dabei im Vordergrund. Aber auch ganz andere temporäre Wohnlösungen wie die sogenannten Wächterhäuser wurden vorgestellt. Abgerundet wurde das Programm durch Forschungsbeiträge des Zukunftsinstitut Horx GmbH und des Deutschen Institut für Urbanistik.

Das Wort „Co“ begegnete den Zuhörern immer wieder in den zwei Tage. Ob nun Co-Working, Co-living oder Community; Gemeinschaft spielt in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle und spiegelt sich nun auch architektonisch wieder. Oona Horx-Strathern erklärt dieses Phänomen mit dem Aufbrechen der klassischen Lebensphasen in Multi-Biographien und dem Verschwimmen zwischen Arbeitswelt und Freizeit. Die Multi-Biographien führen zu kürzeren Wohnphasen, das Verschwimmen von Arbeitswelt und Freizeit bringt das Büro verstärkt in den öffentlichen Raum oder nach Hause. Das „zu Hause“ hingegen ist heute stärker temporär begrenzt denn je. Für ein Projekt in einer anderen Stadt wohnen Geschäftsreisende häufig mehrere Wochen bis Monate in Serviced Apartments. Das Studium ist heute zeitlich begrenzter und findet durch das Bachelor- und Mastersystem sowie Auslandssemester öfter an mehreren Orten statt. Gemeinschaft wird damit kurzlebiger und dennoch wichtig, um am neuen Wohnort anzukommen.

Frank Uffen, Direktor von The Student Hotel und Gunther Schmidt, Gründer & CEO der Medici Living Group stellten anhand ihrer Konzepte innovative Ansätze vor den Anforderungen nach Gemeinschaft auch architektonisch zu folgen.

Das square meters zu shared meters werden, hat aber auch einen weiteren Hintergrund. Die steigenden Quadratmeterpreise machen sogenannte Mikroapartments im gesamten Segment des Temporären Wohnens immer populärer. Markus Beugel von SMARTments und Susan Winter von AviaRent stellten ihre Mikroapartment-Produkte vor und deklarierten den Trend zu kleineren Wohneinheiten als Dauerthema. Dabei ist: „Markenbildung der Motor für Nachhaltigkeit und schafft einen Wiedererkennungseffekte“, erklärte Christian Scheuerl, Geschäftsführer und Chief Operating Officer der MPC Micro Living Development GmbH in seinem Vortrag zum Thema Mikrowohnen.

„Temporäre Wohnkonzepte sind nicht trivial“ so Scheuerl weiter. Damit das Konzept funktioniere, bedarf es, neben einer guten Planung, auch der Pflege. Gemeinschaftsflächen müssen z.B. durch Events oder einen Host belebt werden. Dass temporäre Wohnkonzepte auch für Banken und Städte schwer greifbar sind, zeigte die Paneldiskussion zum Thema: „(Wie) reagieren Banken, Betreiber und Investoren auf die ungebremste Nachfrage nach Temporärem Wohnraum?„ und die regen Diskussionen der Teilnehmer.

Mehr Durchblick schafft Anett Gregorius, Co-Moderatorin und Mitherausgeberin des Kompendiums des Temporären Wohnens. Gemeinsam mit dem Herausgeber Mathias Niemeyer stellte sie das druckfrische Buch erstmalig auf dem Kongress vor. Dieses ist ab sofort im Buchhandel und im Onlineshop des Immobilien Verlags käuflich erwerblich.

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